Seebäder an den Küsten der Ostsee, Nordsee, in Holland, Belgien, England, Frankreich und Italien.
Seebäder sind die wichtigsten und segensreichsten Heilmittel seit dem Alterthume, vom ersten deutschen Seebad, im Jahre 1794 an der Ostsee zu Dobberan im Großherzogthume Mecklenburg-Schwerin angelegt, schon im Jahr 1801 das nächste Seebad in Norderney an der Nordsee, fast zugleich ein weiteres an der Ostsee, in Travemünde. Die Heilwirkungen der Seebäder entsteht durch das Zusammenwirken vieler Umstände, dem Einfluß der Salze, des an Pflanzen und Thieren so reichen Seewassers, den Bewegungen in der Atmosphäre, dem Einfluss von Ebbe und Flut, dem in der Nordsee weit stärkerem Wellenschlag als in der Ostsee, der eigenthümlich erfrischende und belebende Seeluft, dem gewaltigen Eindruck auf Geist und Gemüth, dem für den Binnenländer ungewohnte Anblick des Meeres selbst und besonders dem Baden. Das Baden in der See hat im Allgemeinen eine belebend-stärkende Wirkung. Die gegenwärtig beliebtesten Seebäder Deutschlands sind, an der Ostsee, Zoppot bei Danzig; Rügenwalde, Kolberg in Pommern; Putbus, Arkona auf der Insel Rügen; Stralsund; Warnemünde; Dobberan, Travemünde an der Ostküste der cimbrischen Halbinsel; Kiel, Apenrade an der Westküste von Schleswig; Insel Föhr; Insel Helgoland, Kuxhaven, Ritzebüttel; Insel Wangeroge zu Oldenburg, Insel Norderney. Weiter die Seebäder in Holland, Scheveningen beim Haag, Katwijk, Noordwijk, Egmond, Zandvoort; in Belgien, Ostende; in England, Harwich, Margate, Deal, Southhampton, auf der Insel Wight, Portsmouth und Brighton; in Frankreich, Boulogne, Dieppe, Havre und Marseille; in Italien, Nizza, Genua, Livorno und Triest. […]